Burgwappen von Rothenfels

 

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Geschichtliches

Die Burg liegt in der Nähe der Stadt Oberwölz auf einem schmalen Felsenrücken, der vom Dürnberg herabstreicht, nach drei Seiten steil abbricht und nur nach Norden durch einen Sattel mit dem Bergland verbunden ist. Über den breiten Graben führte der Aufweg zu einem großen, heute zum Teil noch erhaltenen Torbau, von dem man in einen schmalen Hof gelangte, der an der einen Seite von einer Wehrmauer mit Wehrgang, auf der anderen vom zweistöckigen Wohngebäude, das sich an den viereckigen, auf der höchsten Stelle des Felsens liegenden, vierstöckigen Bergfried anschloss, umgeben war. Zu Füßen der inneren Mauer zog eine niedere Mauer um einen schmalen Zwinger; tiefer am Hang war eine dritte Mauer mit gedecktem Wehrgang, von einem Eckturm verstärkt, vorgelagert.

            Die ganze Gegend von Oberwölz war Kammergut der deutschen Könige.

Das Gut Welz und das Gut Lind wurden 1007 von König Heinrich II. dem Bischof von Freising ( Egilpert )geschenkt ( 10. Mai 1007 ). Als Mittelpunkt der Verwaltung wurde vermutlich vom Bistum erst um das Jahr 1020 die Burg errichtet, vorerst nur ein Turm, an den sich die Wohn- und Wirtschaftsgebäude anschlossen. Der Bischof setzte Burggrafen, wahrscheinlich aus Freisinger Geschlechtern ein , die sich von Welz nannten; auch der Name Rotenfels hat erst später den Namen Welz für die Burg abgelöst. Die Welzer nahmen eine angesehene Stellung im Lande ein; Heinrich 1140, Konrad 1150 - 1185, und Dietmar von Welze 1232 saßen als Burggrafen auf Welz (Rotenfels). Vermutlich sind Angehörige des Geschlechtes als Burggrafen schon vorher auf dem Turm gesessen.

Während des Zwischenreiches kam es durch die adeligen Nachbarn zu Angriffen auf das Freisingergut, sodass Bruno von Olmütz als Statthalter König Ottokars einen Streit mit Wulfing von Stubenberg schlichten musste, weil er 1266 die Leute des Bischofs zu Welz und St. Peter am Kammersberg geschädigt hatte. Die Welzer, die über 300 Jahre als bischöflich-freisingische Verwalter auf Rotenfels saßen, waren mit den Teufenbachern, den Saurauern und anderen steirischen Geschlechtern versippt und hatten schon seit den 13 Jh. verschiedene Ämter im Lande inne.

Streitigkeiten hatte der Bischof mit dem Landesfürsten. Der reiche Hermann, Bürger zu Oberwölz, hatte seinen Schwiegervater in der landesfürstlichen Stadt Knittelfeld beerbt und für die Aufnahme als Bürger 150 Goldtaler an Herzog Albrecht gezahlt. Als er nach Knittelfeld übersiedeln wollte, ließ der Bischof ihn einkerkern, musste ihn aber über Einschreiten des Herzogs bald wieder frei lassen. Seit dem 14. Jh. saßen auf Rotenfels Burggrafen aus anderen Geschlechtern, so 1303 Otacher von Saurau, 1304 Friedrich von Mell, 1308 Friedrich von Saurau, 1310 Otto der Jüngere von Liechtenstein, 1323 und 1326 Friedrich von Weltz, 1343 Ulrich von dem Graben, 1358 Konrad von Peterdorf (Katschtal), 1387 Ulrich der Schrattenberger. 1337 musste Ulrich von Walsee einen Streit zwischen dem Bischof und Rudolf von Liechtenstein über die Ausübung des Landgerichtes schlichten und entschied zu Gunsten des Liechtensteiners.

            Um die Mitte des 14. Jh. wurde die Burg Rotenfels ausgebaut, die Katharinenkapelle neben dem Tor erweitert und mit Gütern bedacht. Nach der Freisinger Chronik sind für diese Bauten, die leider nicht näher beschrieben werden, bedeutende Mittel aufgewendet worden. Am 11. April 1412 gelobte der Kaplan von Rotenfels, Conrad Cultellifex, dem Landesgerichtsherrn Hans von Stubenberg, der ihn wegen verschiedener „Untaten“ gefangen gehalten und über Fürsprache der Freunde des Kaplans wieder freigelassen hatte, sich an ihm wegen der Haft nicht zu rächen.

            1413 verlieh der Bischof von Freising die Burg Rotenfels an Reinprecht von Walsee, dem Gegner des Landesfürsten Herzog Ernst. Von ihm wurde Niklas Baumkircher als Burggraf eingesetzt. Hans von Stubenberg, ein Anhänger des Herzogs, überfiel Rotenfels, vertrieb den Baumkircher von der Burg und setzte Hermann Waldner als Burggrafen ein. Wegen des Landgericht geriet Hermann Waldner mit den Liechtensteinern auf Murau in Streit, den der Ladeshauptmann Graf Haug Graf von Montfort 1415 schlichtete: Waldner hatte den von ihm gefangen genommenen Richter des Liechtensteiners freizulassen und das ihm abgenommene Gut: “ain pfert, ain pantzer, zway armbrust, ain Schießzeug, ain swert , ain köcher und zwen sporn“, zurückzugeben.

1418 erhielt Reinprecht von Walsee Rotenfels wieder zurück; sein Burggraf Niklas Baumkircher war, weil er das Schloss verloren hatte, bei ihm in Ungnade gefallen. Nun verwandten sich die Brüder Ott und Ulrich von Liechtenstein, in deren Dienste er getreten war, für ihn und bestätigten ihm, dass er Rotenfels treu verteidigt habe und nichts dafür könne, dass dem Stubenberger gelungen sei, es einzunehmen.

1419 war Hans von Teufenbach Hauptmann der Herrschaft Rotenfels. Seit dem Jahre 1425 wurden vom Bischof von Freising wieder Verwalter auf Rotenfels eingesetzt, so 1425 Friedrich, 1445 Conrad und 1470 Hans Welze. Unter dessen Verwaltung kam es 1476 bei der Einhebung der Türkensteuer zu einem Gefecht mit steuerverweigernden Bauern, bei dem ein Bauer erschlagen wurde. 1480 kamen die Ungarn und zur gleichen Zeit die kaiserlichen Truppen unter dem Feldhauptmann Georg Wolfersdorf nach Oberwölz, der kaiserliche Feldhauptmann verlangte die Öffnung der Stadttore, er würde sonst „großen Schaden tuan“. Hans Welzer, der Verwalter von Stadt und Burg, ließ sich aber nicht einschüchtern und Ungarn und Kaiserliche mussten unverrichteter Dinge abziehen. Der Bischof hieß diese Entscheidung gut und setzte in seinem Schreiben hinzu, dass die Leute „von nyem größeren schaden haben genommen, dann von seinen leiten und söldnern unseres herrn des chaiser“. Diese machten in der Folgezeit Hans Welzer und seinen Vettern Ulrich und Sigmund, die 1484 Verwalter zu Rotenfels waren, noch viel zu schaffen. Von Schloss Baierdorf bei Schöder aus machte Heinrich Rulko als kaiserlicher Verwalter Eingriffe in das Gut der Bischöfe von Freising.

1487 richteten Georg Lilienast und 1488 Jakob von Stubenberg Schaden an den Gütern des Bischofs an. Zur Bezahlung von Söldnern musste der Bischof sogar die Mündelgelder angreifen. Der Streit um die freisingischen Güter und die vielen Verwüstungen, welche vor allem die landesfürstlichen Verwalter der erzbischöflichen Herrschaft Baierdorf im Katschtale, Heinrich Rulko und Georg Lilienast, dann Niklas von Liechtenstein, Jakob von Stubenberg und seine Nachfolger Ott und Andree von Stubenberg an den bischöflich- freisingischen Besitzungen anrichteten, dauerten das ganze Jahrzehnt von 1480 - 1490. Die beim Kaiser vorgebrachten Klagen waren 1400 noch nicht erledigt. Nach dem Abzuge der Ungarn, 1490, trat wieder Ruhe ein.

1490 übernahm Sigmund Welzer allein die Verwaltung von Rotenfels, ihm folgten Christof Welzer, diesem 1527 Christof Malenteiner, 1532 war Barnheim von Moosheim, 1545 Hans von Sigerstorff, 1558 sein Vetter Hans Leonhard Sigerstorffer, 1566 Walter von Siegerstorff - Verwalter von Rotenfels. Die Untertanen der Herrschaft waren in 14 Ämtern ansässig; ein eigenes Amt bildete die „Caplanay im gschloss Rotenfels“ ( das waren jene bäuerlichen Untertanen, deren Dienste für die Erhaltung eines Priesters bei der Kapelle verwendet wurden). 1585 waren in der kleinen Stadt Oberwölz drei protestantische Geistliche und zwei protestantische Schulmeister. Sie wurden ausgewiesen, aber der eingesetzte katholische Pfarrer wurde 1590 von den Bauern überfallen und vertrieben. Erst in den Jahren 1599 und 1600 gelang es, mit Waffengewalt die katholische Lehre wieder in Oberwölz einzuführen.

Bei der Herrschaft Rotenfels kam es 1604 als Folge der schlechten Führung der Geschäfte durch den Verwalter Christof Römer zu so großen Steurausstünden, dass die Pfändung erst im letzten Augenblick verhindert werden konnte. Seine Nachfolger, 1616

Ott Heinrich von Berndirg, 1622 Balthasar von Siegerstorff, 1627 Alban Kochler und 1628 Hans Pfeilberg, konnten die Verwaltung wieder in Ordnung bringen. Die wirtschaflichen Schwierigkeiten, die infolge des 30 jährigen Krieges auftraten, führten 1632 zur Verpfändung von Rotenfels an Martin Jocher, dem 1640 Carl und 1648 Adam Jocher im Pfandbesitz folgten. Die Herrschaft hatte Fischrechte auf dem Schöttlbach un auf dem Malleisen See in den Wölzer Tauern, der meistens „verfroren und verwachsen“ und erst in den letzten Jahren wieder mit Fischen besetzt worden war.

1656 erwarb der Bischof von Freising von Wolf dem Älteren, Herrn von Stubenberg, das zur Herrschaft Frauenburg gehörige Landgericht, das er mit der Herrschaft Rotenfels verband und so jahrhundertelange, immer wieder aufflackernde Streitigkeiten beendete.

Im Jahre 1673 wurde ein Bürger von Oberwölz „wegen habender Wurzenn, ainem Männl gleichförmig“ (Alraunwurzel), gefangen gesetzt. Im Verhör sagte er aus, dass ihm das „Mandl“ die alte Salzerin gegeben und ihm aufgetragen habe, er müsse es jeden Monat „paden und kleiden“; er habe es aber nur einmal in eine gelbe, das anderemal in eine andere Seide gekleidet. Von einer Wirksamkeit des „Mandls“ habe er aber nichts bemerkt.

1668 lagen in der Rüstkammer des Schlosses Rotenfels zwei alte eiserne ungefasste Mörser, ein gleicher stand auf dem Turm, 14 ungefasste Halbhakenbüchsen, 13 alte einfache Rohre, 6 „Puffer“ (Jagdgewehre), 2 Paar Pistolen, 5 Rüstungen und 5 Panzer, Kugeln, Pulver usw.

Nach dem Tode des letzten Pfandinhabers Adam Jocher fiel die Herrschaft an das Bistum zurück, das nun Hauptleute (Pfleger, Verwalter) einsetzte, so 1688 Max Willibald Wurmb, 1704 Wolfgang Friedrich Freiherrn von Schatzl, 1720 Johann Josef Pembler. Damals wurde das „viereckige Schloss Rotenfels“ gegen Westen, Norden und Osten durch dreifache Ringmauern von 2 ½ Klaftern Höhe und 2 ½ Schuh Breite geschützt; diesen dreifachen Mauernzug bestätigt, auch eine gleichzeitige Zeichnung. Um die Ringmauer lief ein 1 Klafter tiefer Graben, im Süden schützte das Schloss eine „unersteigliche“ Felswand.

Nach der Aufhebung der geistlichen Herrschaft im Jahre 1803 kam Rotenfels an den Staat und wurde 1823 in öffentlicher Versteigerung um 20.200 Gulden von Eduard Triegler erstanden. Es folgten im Besitz Jakob Boden, Gustav Mayerhoffer und Wenzel Mayerhoffer, 1893 der Holzhändler Morasutti. Die Erben des Letztgenannten verkauften die Burg an die Firma Johann Weinzinger jun. in Wien.

1965 übernahm sie anlässlich der Liquidierung der Firma die Gesellschafterin Maria Steiner und 1968 deren Sohn, Dipl. Ing. Bruno Steiner, der den Besitz schon seit 1951 verwaltet hatte.

1985 übergab Dipl Ing. Bruno Steiner den Besitz an seinen Sohn Wolfgang Steiner.

Quellen: Robert Baravalle, Burgen und Schlösser der Steiermark

Weitere Unterlagen: Tippl, Oberwölz

                                            Dehio Steiermark, S 197,- S 314,-

                                            Reclams Kunstführer, Band II (Stermark...)

                                            Kunstdenkmäler in Österreich (Bildband) Kärnten und Steiermark

 


Burg Rothenfels 
Wolfgang Steiner
A-8832 Oberwölz
Steiermark - Austria

Email: rothenfels@aon.at
Telefon +43 (0) 3581 8208
Mobil +43 (0) 676 555 8208

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